Andrei S. Markovits: Fussballkultur 90 Minuten ein Leben lang | WM Livestream Spielpan

08. 11. 2017 | Autor: | 7 Kommentare

Sportkultur in den USA: Ästhetik im Fußball

Fußballkultur – 90 Minuten, Ein Leben lang, und manchmal sogar noch länger, ist für viele Menschen auf der Welt gelebte Realität. Man kann wohl mit Fug und Recht behaupten, dass Fussball eine der beliebtesten Sportarten der Welt ist. Warum das so ist, wurde vielfach untersucht, analysiert und interpretiert.

Viele interessante Theorien sind dabei herausgekommen und werden auf diesem Blog auch noch des öfteren Erwähnung finden.

Doch bevor wir damit anfangen, uns anzuschauen, wie sich der Fußball historisch entwickelt hat, was er für ökonomische Implikationen mit sich trägt, wie er heutzutage als Massenphänomen (Fussball als Massenphänomen) in Erscheinung tritt, schauen wir uns den, meiner Meinung nach, elementarsten Punkt im und am Fußball an: Seine Ästhetik!

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03. 12. 2009 | Autor: | Keine Kommentare

In den 70er Jahren wurde massiv versucht eine professionelle Fußballliga in den USA zu etablieren oder überhaupt eine Fußballliga länger als für ein paar Spielzeiten aufrecht zu halten. im Jahr 1968 kam es zur Gründung einer Liga, die den Fußball in den USA einen großen Schritt nach vorne bringen sollte und zu einem regelrechten Fußballboom führte. Die National American Soccer League (NASL) konnte zu ihren Hochzeiten selbst auf die Großen Dreieinhalb aufschließen und war hinter American Football, Baseball und Basketball eine Zeitlang die viert- beliebteste Sportart in den USA.

Bedauerlicherweise war dieser Ruhm größten Teils erkauft, denn anstatt in die Jugend und in Talente zu investieren wurden in die Jahre gekommene Stars wie Pélé, Franz Beckenbauer oder Cruyff für viel Geld verpflichtet, um zahlendes Publikum in die Stadien und vor die Fernsehgeräte zu locken. Zumindest in den Stadien zeigten sich anfangs Erfolge und als Höhepunkt kann das Saisonfinale von 1977 angesehen werden, wo 78.000 Fans im Giants Stadion in New Jersey die großen Stars spielen sehen wollten.

Die NASL überforderte jedoch ihren finanziellen Rahmen mit der Verpflichtung von Spielern wie Pélé oder Franz Beckbauer und der Ligabetrieb musste 1984 endgültig eingestellt werden (vgl. Litterer 2006).[1] Immerhin sorgte Pelés Engagement in New York für einen enormen Auftrieb des Fußballs und „schuf so etwas wie ein anhaltendes Vermächtnis.“ (Markovits/Hellermann 2002: 191). Die NASL löste einen regelrechten Fußballboom aus, welcher einen erneuten Start des Fußballs in den USA in den neunziger Jahren erst ermöglichte.

Die NASL verbreitete den Fußball im ganzen Land und brachte ihn so auch in Regionen wie Dallas, Atlanta oder Kansas, die in den neunziger Jahren zu den dominierenden Fußballmärkten der USA werden sollten (vgl. Kuhn 1994: 67). Es zeigte aber auch, dass der Fußball in erster Linie gewinnorientiert arbeiten musste, um auf Major-Sport-Ebene erfolgreich sein zu können. „Mit anderen Worten: Fußball und andere Sportarten sind in den USA in erster Linie gewinnorientierte und auf den Konsum zugeschnittene Unternehmen […].“ (Markovits/ Hellermann 2002: 172). Um die Entwicklung des Fußballs in den USA zu beschleunigen, verpflichtete man Stars, die die Popularität des Fußballs steigern sollten, vernachlässigte aber eklatant die Jugendarbeit.


[1] Das Scheitern der NASL war wesentlich durch eine mangelhafte TV-Präsenz hervorgerufen worden, denn die NASL hatte keine nationalen TV- Verträge mit großen Sendern.

14. 11. 2009 | Autor: | Keine Kommentare
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Fussball in der amerikanischen Sportgesellschaft

Amerkianische Sportgesellschaft – Eine wissenschaftliche Annäherung – 1. Teil:

Die Marginalisierung des Fußballs in der amerikanischen Sportgesellschaft beginnt bereits mit der seiner weltweit einzigartigen Bezeichnung respektive Benamung: Soccer. Der Begriff Soccer leitet sich von der Bezeichnung „Asscociation Football“ („Verbandsfußball“, „Assoc“, Abkürzung für Asscociation) ab. Aus der Abkürzung Assoc entwickelte sich, entsprechend einer „in jenen Tagen üblichen Sitte, Wörtern das Suffix ‚er’ anzuhängen“ der Begriff Soccer, wobei sich das ‚A’ schnell verlor. Diese Bezeichnung wurde im Jahr 1863 eingeführt und bezeichnet die Spielvariante, die von der Football Association übernommen wurde.

Marginalisierung leitet sich vom lateinischen margo („Rand“ oder „an der Grenze liegend“) ab und ist ein Terminus, der in den Sozialwissenschaften geprägt wurde. Er dient der Beschreibung ganzer Bevölkerungsschichten, die an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden und an ihr nicht teilhaben können.

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07. 11. 2009 | Autor: | 2 Kommentare

Sportkultur Frauenfussball in den USA

„Fußball ist vielleicht was für harte Mädchen. Aber nicht das richtige für zarte Jungs.“ (Oscar Wilde, In: Kuhn 1994: 98)

In den USA machte sich der Frauenfussball das Interesse zunutze, dass die North American Soccer League erregt hatte. Die sehr erfolgreiche US-amerikanische Frauenfußballnationalmannschaft konnte international große Erfolge sammeln. Die Frauenfußballnationalmannschaft ist in der Fifa- Weltrangliste auf Platz eins und der Frauenfußball ist zum Aushängeschild für den amerikanischen Fußball geworden (Die Männer belegen Platz 26).

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25. 10. 2009 | Autor: | 2 Kommentare


Unsere Reihe Fußball mal anders und vor allem wo anders, lässt uns wieder mal auf die USA gucken, denn wie schon so oft erwähnt, funktioniert es über dem großen Teich ein bisschen anders mit dem Fußball. Weitere Merkmale dieser Andersartigkeit sind das organisierte Spiel, die Fußball Mütter (Soccer Moms) und die Vorliebe von gut verdienenden Familien für den Fußballsport (Yuppie-Eltern).

In den USA ist der Fußball Inbegriff für „organisiertes Spielen“. Er funktioniert, nicht wie auf dem Rest der Welt als alltägliches „Spiel“, was zu jederzeit und an jedem Ort stattfinden kann, sondern ist quasi der Inbegriff vom organisierten Spielen. In diesem Zusammenhang hat sich die Vereinigung der „Soccer Moms“ verdient gemacht. Sie organisieren für ihre Kinder Fußballturniere, begleiten sie zu den Spielen und zum Training.

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10. 10. 2009 | Autor: | Keine Kommentare


Den Begriff Fußballkultur auf den Fußball in den USA anzuwenden ist umstritten, wenn man bedenkt, dass der Fußball in den USA ein Schattendasein hinter anderen Sportarten führt (Die Großen Dreieinhalb).

„Egal, welche statistischen Maßstäbe verwendet werden, Fußball ist die populärste und die am meisten, verbreitete Mannschaftsportart der Welt. […] Während die Populärkultur der Welt im gesamten 20. Jahrhundert amerikanisch war oder provinziell blieb, kann das vom Fußballsport nicht behauptet werden“. (Andrei S. Markovits)

Das wirklich bemerkenswerte an dieser, zugegebener Maße, nicht neuen Aussage ist, dass sie so nicht stimmt. In einem anderen Zusammenhang ist der Fußball in den USA sogar in der Mitte der amerikanischen Gesellschaft angekommen.

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