Bundesliga Saison 2014 / 2015
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30. 11. 2009 | Autor: | 1 Kommentar

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Die Fan Base, sprich die Zielgruppe der Major League Soccer ist potentiell weiblich, unter 18 Jahre alt und hat einen hispanoamerikanischen Migrationhintergrund. Amerikanische Fußballfans haben weiterhin tendenziell mehr Geld als Fans der Großen Dreieinhalb (André S. Markovits).

Wirtschaftlich betrachtet ist die Major League Soccer als eine „single entity“ zu bezeichnen, die als eine Dachorganisation für den amerikanischen Fußball auftritt, konsolidierte Geschäftsabschlüsse gemeinsam durchführt und andere Fußballorganisationen damit bewusst ausschließt. Es gibt keine individuellen Teambesitzer, sondern Investoren, welche die Teams leiten. Spieler-Transfers, Marketing, Sponsoring und das Abschließen von Fernsehverträgen obliegen dem Ermessen der Ligaoffiziellen (vgl. Southall/Nagel 2007: 56). „Die Spieler unterschreiben bei der MLS ihre Verträge und werden von ihr den jeweiligen Teams zugewiesen.“ (Daalmann 1999: 53). Es sind Mindestlöhne und Maximallöhne festgelegt und mit Privatpersonen kann darüber hinaus frei verhandelt werden. Seit 2006 gibt es diese Möglichkeit (designated player rule), wobei die Liga den Maximallohn bezahlt und der Rest vom Verein aufgebracht werden muss.[1]

“The U.S. Major Soccer League is a member of FIFA. The MLS operates as a single entity, which contracts players with the league rather than individual MLS teams. Each MLS team is given an annual salary budget and is required to manage the roster salaries according to the team budget.” (vgl. Business Soccer 2005)

Um das kommerzielle Desaster zu vermeiden, welches die NASL angerichtet hat wurde in den USA für den Fußball eine Mischform kreiert: Einerseits ist die Major League Soccer als ein franchise Unternehmen nach amerikanischem Vorbild zu bezeichnen und anderseits operiert die Liga selbst als Besitzer. Die Teams der Major League Soccer werden demzufolge separat als franchises von Investoren geleitet, jedoch Gehälter und Spielerverpflichtungen werden zentral über die Liga abgewickelt und verhandelt. So entstand eine Zusammenarbeit aus Investoren und der Liga, die sich prozentual wie folgt aufschlüsselt:

Revenues

Investor/Operator

MLS

Gate Receipts

70%

30%

Concessions

100%

0%

Parking

100%

0%

Local Sponsorships

100%

0%

National Sponsorships

0%

100%

Other Stadium Revenues

100%

0%

National Media

0%

100%

Local T.V. & Radio

100%

0%

Expenses:



Player Salaries

0%

100%

Front-Office Expenses

100%

0%

Team Travel

100%

0%

Broadcast Expense

100%

0%

Rent

100%

0%

Game-Day Expenses

100%

0%

(San Jose 2004)

Trotzdem verlor die Major League Soccer in ihren ersten drei Jahren über $100 Millionen und insgesamt verlor die Liga bis 2001 bereits $250 – $300 Millionen (vgl. Southall/Nagel 2007: 57). Im Jahr 2002 schien eine Wende erreicht, denn in dieser Saison verlor kein Team mehr als $500.000. Im letzten Jahr (2007) konnte ein Club in den USA erstmalig einen Profit verkünden (LA Galaxy verdiente $200.000, In: vgl. Sport Business 2008). Vermehrt wird in den USA darauf verwiesen, dass die Großen Dreieinhalb ebenfalls nicht unmittelbar ökonomischen Erfolg hatten, vor allem nicht im Fernsehen. Der kommerzielle Erfolg des American Footballs z.B. stellte sich erst nach „endlosen“ Jahren des Misserfolgs ein (vgl. Klatell 1988: 134).

In der ersten Saison der Major League Soccer waren die Zuschauerzahlen gut, denn es kamen im Durchschnitt 17.306 Besucher pro Spiel. Insgesamt besuchten 2.786.673 Zuschauer die 160 Spiele der regulären Saison. Die 17 Spiele der Playoffs sahen in der Saison 1996 auch 300.455 Fans in den Stadien. Zu den Höhepunkten der Saison zählten das Eröffnungsspiel der Liga vor 31.683 Zuschauern (6. April 1996 in San Jose), am 14. Juli das erste All-Star-Spiel (Eastern – Western) vor 78.416 Zuschauern und der erste Major League Soccer– Cup zwischen D.C. United und LA Galaxy vor 34.643 Zuschauern (vgl. ebd.: 280). Heute gibt es bereits sieben „Soccer Specific Stadiums“, in denen die Zuschauerzahlen vergleichsweise hoch sind (vgl. Litterer 2006). Die durchschnittlichen Zuschauerzahlen liegen heute bei 15.170 pro Spiel:

Average Per-Game Attendance (vgl. San Jose 2004/vgl. Sport Business 2008).

1996

1997

1998

1999

2000

2001

2002

2003

2004

2005

2006

2007

Average

17.306

14.536

14.231

14.333

13.619

14.941

15.653

14.882

15.581

14.978

15,354

16,629

15.170

Die Zuschauerzahlen vor den Fernsehgeräten hingegen sind nicht so optimistisch auszulegen. In der Saison 1997 konnte keine MLS-Ausstrahlung auf ESPN2 oder ESPN ein rating von 1,0 Punkten erzielen.[2] Sogar das MLS-All-Star-Spiel hatte nur eine Sehbeteilung von 0,8. Bei den regulären Spielen der Major League Soccer lag die Sehbeteilung im Durchschnitt bei 0,2 und 0,3 Punkten. Bei den Playoffs sahen die Zahlen nicht viel besser aus, denn auch hier erzielte keine Ausstrahlung 1,0 Punkten. Auch das Ergebnis der ersten Saison im Jahre 1996 war nicht von Erfolg gekrönt. Mit Ausnahme des Eröffnungsspiels (1,0 Punkte) erreichte keine Ausstrahlung nur annähend diesen Wert. Die meisten Spiele lagen um die 0,1 und 0,4 Punkte (vgl. Markovits/Hellermann 2002: 284). Vor der Weltmeisterschaft 2002 waren die durchschnittlichen Einschaltquoten der 2x wöchentlich gesendeten Übertragungen auf ESPN2 nochmals deutlich geringer und lagen bei 0,09 Punkten, was annährend 75.000 Haushalte bedeutete. Nach der WM waren es zumindest 0,17, was ca. 157.000 Haushalte repräsentierte (vgl. Markovits/Rensmann 2007: 105).

Vor allem die landesweit agierenden Sender wie ABC bereiten dem Soccer Probleme bei seiner Vermarktung, denn ihnen scheint das Vertrauen in die wirtschaftliche Potenz von Fußballübertragungen zu fehlen. Das präsentiert sich vor allem in ungünstigen Übertragungszeiten, denn ABC überträgt seine Spiele um 4 Uhr nachmittags, wo im Sommer generell kaum jemand Fernsehen schaut. Die anderen Sender übertragen Fußball Samstags- und Freitagnacht (ABC, ESPN2, Fox Soccer Chanel and HDNet). Weiterhin wurden die wöchentlichen Fußballnachrichten, in der Show „M.L.S. Wrap“ von einer Stunde auf 30 Minuten verkürzt. (vgl. Bell 2005).

Die neuere Entwicklung der Major League Soccer verspricht zumindest Positives: Zum ersten Mal konnten für die Saison 2007 neben den „Spatensendern“ lukrative Fernsehverträge mit den Hauptsendern ABC, ESPN und FOX ausgehandelt werden, was vor allem mit dem Wechsel von David Beckham in die USA in Verbindung gebracht werden kann (vgl. Markovits/Rensmann 2007: 17). Sportjournalisten (New York Times) sahen in der Saison 2007 das „Beckham Jahr“, welches den Durchbruch für den Fußball in den Vereinigten Staaten ankündigen sollte. Amerika hatte wieder ihren Star und ihre Popikone. Die Stadien, in denen David Backham mit LA Galaxy auflaufen sollte waren bereits Monate vorher restlos ausverkauft (vgl. ebd.: 17).

Sieben neue Stadien, die ausschließlich für den Fußball gebaut wurden, sollten den erwünschten Erfolg weiterhin fördern. Effektiv sind die Zuschauerzahlen in der Saison 2007 vergleichsweise stark angestiegen (von 15.334 auf 16,629) und auch die Einschaltquoten konnten zulegen. ESPN konnte in seiner “Thursday Night Game” Live-Übertragung immerhin ein Durchschnitt von 0,2 Punkten erzielen, was nahezu 200.000 Haushalte mehr bedeutete. Insgesamt stiegen die Einschaltquoten von Soccer- Übertragungen in der Saison 2007 um stellenweise bis zu 25% (vgl. MLS TV Ratings 2007). Für die vergangene Saison kann demnach im Fernsehen ein signifikanter Erfolg registriert werden, denn zum ersten Mal musste die MLS nicht für TV-Rechte (broadcasting rights) selbst bezahlen, sondern konnte mit den Sendern Disney/ABC/ESPN und ESPN2 einen deal aushandeln, der ihnen Einnahmen aus Lizenzverkäufen zusicherte (vgl. MLS TV Ratings 2007).

Die durchschnittlichen Einschaltquoten beim Fußball können noch immer bei weitem nicht mit denen von American Football- Übertragungen mithalten, entwickeln sich aber seit Beginn der Major League Soccer langsam und solide nach oben. In der Vergangenheit schien es unmöglich, mit Fußballübertragungen Geld zu erwirtschaften, da zahlungsbereite Sponsoren Mangelware darstellen. Ein großer Schritt in eine lukrativere Richtung war das Erlauben von Trikotwerbung der Liga im Jahre 2006, was in den amerikanischen Profisportarten ein Novum darstellte. Fußball ist im Begriff, sich werbetechnisch zu profilieren und konnte sich daher in den letzten Jahren einige große Sponsoren sichern (Adidas, Nike). Vor allem steht die Werbung beim Fußball heute in den USA für Kinder- und Familienfreundlichkeit und scheint sich erfolgreich in der Werbewelt etabliert/profiliert zu haben (vgl. Markovits/Hellermann 2002: 273/vgl. Markovits/Rensmann 2007: 92).

Sportexperten sahen die Wende zum ökonomischen Erfolg im Fernsehen bereits im Jahr 2002 (vgl. ebd.), doch erscheint diese Wachstums- und Entwicklungsprognose allzu optimistisch. Außerdem drängt sich noch immer der Vergleich zur NASL auf, wo gut bezahlte ausländische Spieler kurzzeitige Erfolge brachten, langfristig aber der Liga schadeten. Eine in der amerikanischen Sportökonomie übliche lineare Gewinnerwartung könnte den professionellen Fußball in den USA bereits nach einigen schlechteren Spielzeiten wieder auflösen.


[1] Mit David Beckham z.B. wurde zusätzlich privat verhandelt, denn er unterschrieb bei LA Galaxy einen Fünfjahresvertrag für ein Gehalt von umgerechnet ca. 190 Millionen Euro (vgl. Tagesspiegel Online 2007). Er ist somit der bestbezahlte Sportler in den USA (vgl. Markovits/Rensmann 2007: 17).

[2] Das rating bezieht sich im Fernsehen auf die Einschaltquoten. Der Wert 1,0 bedeutet, dass ca. 1 Millionen Haushalte ein entsprechendes Programm verfolgen (vgl. Markovits/Rensmann 2007: 105).

Ein Kommentar to “Die Major League Soccer – Gewinnentwicklung, Zuschauerzahlen, Fernsehverhalten”

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