Im 21. Jahrhundert stellt die Sportberichterstattung im Fernsehen eines der wichtigsten Ausdrucksmittel des Sports dar und ist verantwortlich für die nationale und internationale Verbreitung einer Sportart. Vor allem der dezentralen Lage der amerikanischen Sportmärkte wegen ist das Fernsehen ein zuverlässiger „Informationstransmitter“ und kann im Gegensatz zur Sportberichterstattung in den Printmedien überregional agieren. Das Fernsehen ist sozusagen „konstitutiv für den Sport einer nachindustriellen Gesellschaft“ (Hortleder 1978: 20) und gewissermaßen zum inoffiziellen Ausrichter von Sportveranstaltungen geworden.
Das Fernsehen versteht sich als ein technisches Medium, welches bewegte Bilder mittels der Funktechnik überträgt. „[…] Die Medienforschung spricht von der Übermittlung optisch-akustischer (audio-visueller) Aussagen.“ (Quentin 1989: 13). Das Sportfernsehen diente schon immer als technisches und „ästhetisches Experimentierfeld“, auf dem sich neue Sendeformen erproben ließen. In den achtziger Jahren wurden insbesondere Live-Übertragungen sehr beliebt.
Amerkianische Sportgesellschaft – Eine wissenschaftliche Annäherung – 1. Teil:
Die Marginalisierung des Fußballs in der amerikanischen Sportgesellschaft beginnt bereits mit der seiner weltweit einzigartigen Bezeichnung respektive Benamung: Soccer. Der Begriff Soccer leitet sich von der Bezeichnung „Asscociation Football“ („Verbandsfußball“, „Assoc“, Abkürzung für Asscociation) ab. Aus der Abkürzung Assoc entwickelte sich, entsprechend einer „in jenen Tagen üblichen Sitte, Wörtern das Suffix ‚er’ anzuhängen“ der Begriff Soccer, wobei sich das ‚A’ schnell verlor. Diese Bezeichnung wurde im Jahr 1863 eingeführt und bezeichnet die Spielvariante, die von der Football Association übernommen wurde.
Marginalisierung leitet sich vom lateinischen margo („Rand“ oder „an der Grenze liegend“) ab und ist ein Terminus, der in den Sozialwissenschaften geprägt wurde. Er dient der Beschreibung ganzer Bevölkerungsschichten, die an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden und an ihr nicht teilhaben können.
Baseball entwickelte sich aus dem englischen Cricket und war im pre-industriellen Amerika zur Jahrhundertwende die beliebteste Sportart und die erste Major- Sportart in den USA. Baseball wurde zum „nationalen Zeitvertreib und die ersten Major League Baseball Spiele wurden 1876 ausgetragen.“ (Markovits/Hellermann 2002: 111). Jahrzehnte gingen ins Land bis der organisatorische Rahmen der heutigen MLB abgesteckt war und wie generell in den USA üblich, gab es zunächst unzählige Baseballligen gleichzeitig. Letztendlich konnten sich, und das im Gegensatz zu allen anderen großen Mannschaftssporten in Amerika gleich zwei Ligen erfolgreich durchsetzen, die heute die MLB mit Mannschaften aus den USA und Kanada bilden (vgl. Rockerbie 2007: 117). Die National League und die American League spielen von April bis Oktober. Die Siegermannschaften der jeweiligen Ligen gewinnen den Pennant, den Meisterschaftswimpel und treten nach Ende der Playoffs in den World Series gegeneinander um den „WM-Titel“ an. Gespielt wird nach dem System best of seven, was bedeutet: wer vier Spiele für sich entscheiden kann, gewinnt die Serie.
Mit den ersten Siedlern im 17. Jahrhundert kamen auch die ersten Ballsportarten nach Amerika, welche sich im 19. Jahrhundert zu den bekannten amerikanischen Sportarten American Football, Baseball und Basketball um- und ausgestalteten. Diese sind die Sportarten, die die amerikanische Sportgesellschaft in der Vergangenheit dominierten und heute als hegemoniale Sportkultur bezeichnet werden können.